Remote work


27 Juli

Sucht man nach dem namensgebenden Titel dieses Blogartikels bei Wikipedia, findet man dazu folgende Defintion: «Remote work … is an employment arrangement in which employees do not commute to a central place of work, such as an office building …»

Bei Edge5 werden seit Jahren flexible Arbeitsmodelle angeboten und aktiv gelebt. Da wir sowieso Entwickler im Osten Europas beschäftigen, ist es ziemlich schwierig, die Schweizer Mitarbeiter dazu zu zwingen, jeden Tag in den (wirklich wunderschönen) Workspace an der Limmatstrasse in Zürich zu kommen und ihre Codezeilen in die Tasten zu hauen. So war es beispielsweise der Fall, dass ich in meinen mittlerweile zehn Monaten bei Edge5, einige unserer Kollegen noch nie in Person getroffen habe. Sie bleiben lieber im schönen Appenzellerland oder in Thailand, als den langen Weg nach Zürich auf sich zu nehmen.

Während der Corona Krise, als plötzlich «Home-Office» in aller Munde war, zeitweise angeordnet, und zum Inbegriff von moderner Arbeitskultur wurde, durften auch nicht so privilegierte Arbeitnehmer wie die «Digital Nomads» ein wenig diese Freiheit des «remoten» arbeiten erleben. Mich eingeschlossen. Mittlerweile dürfte sich in den meisten Firmen ein hybrides Arbeitsmodell aus Homeoffice und Präsenz im Büro etabliert haben und damit dem Wunsch der Mitarbeiter folgen, mehr von zu Hause aus zu arbeiten, wie eine Umfrage von Deloitte Schweiz nach der Pandemie gezeigt hat. Rund 26 % der Befragten können sich sogar vorstellen, nur noch von zu Hause aus zu arbeiten.

Während ich diese Zeilen im Flieger nach Bangkok schreibe, habe ich mir Gedanken dazu gemacht, wie das eigentlich so ist, nicht von zu Hause aus zu arbeiten, aber während einer längeren Reise im Ausland. Ich verbringe die nächsten drei Wochen in Thailand und Vietnam und werde von dort aus arbeiten. Etwas Ähnliches hat auch Yves vor einigen Monaten in Mexiko und Philippe in Thailand gemacht. Hier deshalb ein kleiner Edge5 Erfahrungsbericht zum Digital Nomad-Lifestyle, dem nächsten Level nach Homeoffice und einer Art des «Remote Working»:

 

Patric
Die erste Woche verbrachte ich in Phuket in einer Villa mit Pool und wunderbarem Meerblick. Doch wir hatten auch einen grösseren Release für diese Woche geplant und noch einiges zu tun, bevor wir von einem Go sprechen konnten. So habe ich am Pool, im Wohnzimmer und manchmal auch am Abend in der Strandbar gearbeitet und Calls geführt. 
Die grösste Herausforderung für mich war das Management zwischen Freizeit und Arbeit. Durch die Zeitverschiebung war meistens morgens Freizeit und Abends Arbeit angesagt, auch, um an Meetings teilzunehmen und andere Termine einzuhalten. Daneben war die Motivation, an einem wunderschönen Ort zu arbeiten und fleissig zu sein, ebenfalls eine grosse Hürde. Ich denke jedoch, dass sich dies mit der Zeit legen dürfte. Ein weiterer Versuch starte ich im November, wenn ich einen ganzen Monat in Thailand verbringen werde, dann allerdings in einem Coworking Space und nicht in Hotelzimmern, um den Tagesablauf aus der Schweiz zu adaptieren.

Yves
Vier Wochen Mexiko mit der ganzen Familie klingt nach einem Traum? Ist es auch! Na gut, vielleicht muss man etwas relativieren. Denn es waren keine klassischen «Nichtstun»-Ferien mit Kopf ausschalten und Körper auf den Liegestuhl pflanzen. Vielmehr war es eine Rundreise mit dem gemietetem Auto von Airbnb zu Hotel und von Hotel zum nächsten Airbnb.

Der Clou war jedoch, dass ich einen ganzen Monat im Ausland verbracht, währenddessen remote gearbeitet und dabei insgesamt lediglich sechs Urlaubstage bezogen habe. Es war vielleicht nicht extrem erholsam, ich habe jedoch sehr viel Zeit mit meiner Frau und unseren drei Kindern verbringen und gleichzeitig die Vielfalt und Schönheit eines anderen Landes auf einem anderen Kontinenten geniessen dürfen.

Abgesehen von der Zeitverschiebung und dem fehlenden physischen Kontakt mit den Kollegen konnte ich sowohl die firmeninternen als auch die externen projektbezogenen Arbeiten wie gewohnt erledigen. Gearbeitet wurde meistens sehr früh morgens sowie dann am späteren Abend oder wenn noch etwas Energie übrig war auch Nachts. So waren die Tage frei für eines der vielen tollen Erlebnisse, welche der ganzen Familie hoffentlich lange in Erinnerung bleiben werden.

Mit etwas Talent für Organisation und Planung ist das fast kein Problem!



Yves in Mexiko

Philippe
Eine Fernbeziehung ist nicht so einfach, aber Remote Work macht einen grossen Unterschied. Ich gehe einige Male pro Jahr nach Thailand (Chiang Mai) für jeweils 2 Monate, arbeite jedoch normal weiter in meinem Pensum. 

Trotz unterschiedliche Zeitzonen arbeite ich wie gewohnt produktiv und selbständig an den Kundenprojekten. Da meine Verlobte tagsüber an der Maejo Universität unterrichtet, arbeite ich oft auch in der Universität. Entweder in Ihrem Büro oder der Bibliothek.
Am Wochenende unternehmen wir jeweils kleinere Ausflüge oder geniessen einfach wertvolle Zeit zusammen.

Wir sagen immer, dass wir als Paar mehr Glück haben als viele andere, die eine Fernbeziehung führen, denn durch Remote Working sind wir flexibler und können uns öfter sehen. Ja, ich bin sehr glücklich, dass dies möglich ist. 

 

Fazit
Für uns funktioniert ein ortsunabhängiger Arbeitsplatz sehr gut, ohne Einbussen bei der Kommunikation oder Qualität in Kauf nehmen zu müssen. Wir werden dieses Modell definitiv weiter fördern und unterstützen und freuen uns, wie sich unsere Firma in die Zukunft transformiert.

Autor

Patric Lienert

Operations Manager